Eine konkrete Schritt für Schritt Anleitung,
um mehr von dem zu bekommen, was man sich wünscht. Spielerisch und mit Leichtigkeit (und kostenlos)

„Das Leben ist ein Spiel“

Von Ralf Senftleben, www.zeitzuleben.de

Liebe Leserinnen und Leser,

Dieses Spiel ist kostenlos und kann bei vielen Vorhaben helfen.

Zum Beispiel:

Das Spiel ist nur der Rahmen.

Welche Ziele Sie damit erreichen, bestimmen Sie selbst.

ich möchte Sie heute dazu einladen, ein kleines Spiel zu spielen.

Dieses Spiel:

Hui, das sind ganz schöne Versprechungen, was?

Kann ein einfaches Spiel, das nur aus 3 simplen Spielschritten besteht, das alles leisten?

Lesen Sie weiter, dann erfahren Sie, was es mit diesem Spiel auf sich hat.

„Ein grundsätzliches Problem“

Wir Menschen haben ein grundsätzliches Problem:

Wir wissen, dass es Dinge gibt, die wir regelmäßig tun sollten, weil diese Dinge gut für uns sind.

Sie haben vielleicht auch ein paar solcher Dinge auf Ihrer Liste.

Das Problem ist nun: Obwohl wir wissen, dass wir diese Dinge tun sollten, tun wir sie aus den unterschiedlichsten Gründen dann doch nicht.

Und genau hier hakt unser Spiel ein.

Denn dieses Spiel wird dafür sorgen, dass Sie öfter diese Dinge tun, die gut für Sie sind.

Sie werden diese guten Dinge mit möglichst wenig Anstrengung tun und Sie werden auch noch Spaß dabei haben. Das ist der Clou.

Wie funktioniert nun dieses Wunder-Spiel?

Das Prinzip ist so einfach, dass es schon beinah weh tut. Man fragt sich, warum man nicht schon vorher darauf gekommen ist.

Das Spiel heißt übrigens das „Punkt-Spiel“ und es funktioniert wie folgt:

„Schritt 1 – Punkt-Ziele ausdenken“

Der erste Schritt im Spiel besteht darin, dass Sie sich ein paar dieser Tätigkeiten ausdenken, die gut für Sie wären (zum Beispiel täglich morgens 5 Minuten Gymnastik machen).

Das müssen Tätigkeiten sein, die man in 5-20 Minuten erledigen kann.

Diese Tätigkeiten heißen im Spiel „Punkt-Ziele“.

Nehmen Sie sich einen Zettel und schreiben Sie sich diese Punkt-Ziel-Tätigkeiten untereinander auf.

Was das für Tätigkeiten sind, ist natürlich für jeden von uns unterschiedlich. Das hängt letztlich von Ihnen ab und von dem, was Sie erreichen wollen.

Punkt-Ziel-ListeTrotzdem hier einige Beispiele für solche Tätigkeiten, damit das Prinzip klar wird:

Wichtig ist, dass diese Tätigkeiten konkret sind, so dass Sie wirklich klar vor Augen haben, was zu tun ist. Die Tätigkeit muss so klar beschrieben sein, dass Sie ohne Nachzudenken innerhalb von Sekunden damit beginnen können.

Und es müssen Tätigkeiten sein, die maximal 20 Minuten dauern. Besser ist es, wenn die Tätigkeiten 5 Minuten dauern. Je kürzer, desto besser.

Und es können einmalige Tätigkeiten sein, die Sie näher an das heranbringen, wo sie hinwollen.

Oder es können regelmäßige, wiederkehrende Tätigkeiten sein.

Definition: Ein „Punkt-Ziel“ ist eine konkrete, einmalige oder wiederkehrende Tätigkeit, die gut für mich ist und die maximal 20 Minuten dauert. Ein Punkt-Ziel muss so konkret sein, dass ich ohne Überlegen sofort damit beginnen kann.

„Schritt 2 – Punkt-Werte zuweisen“

Kommen wir zum zweiten Spielschritt: Wenn Sie Ihre Liste fertig geschrieben haben, haben Sie jetzt eine ganze Reihe mit Punkt-Zielen, die gut für Sie sind und die Sie näher an das heranbringen, wo Sie hinwollen im Leben.

Der nächste Schritt besteht darin, dass Sie den einzelnen Punkt-Zielen einen Punkt-Wert zuordnen. Und zwar nach Schwierigkeitsgrad. Also zum Beispiel 1, 2 oder 5 Punkte.

Je schwieriger ein Punkt-Ziel für Sie ist oder je mehr Sie sich dazu überwinden müssen, desto mehr Punkte bekommt das Punkt-Ziel.

Punkt-Ziel-ListeEinen Apfel essen … das ist einfach. Das gibt 1 Punkt.

10 Minuten spazieren gehen erfordert schon ein bisschen mehr Überwindung, das gibt 2 Punkte.

20 Minuten Rasen mähen – für mich persönlich eine klare 5 Punkte-Tätigkeit :-)

20 Minuten das Gespräch mit seinem Chef vorbereiten … oha, das geht ans Eingemachte, das gibt 10 Punkte.

Je schwieriger ein Punkt-Ziel für Sie ist und je mehr Überwindung sie kostet, desto mehr Punkte gibt es dafür. Dabei gilt das subjekte Schwierigkeits-Empfinden. Denn was für mich einfach ist, ist für Sie vielleicht schwierig. Und umgekehrt.

Und je länger eine Tätigkeit dauert, desto mehr Punkte sollte es dafür geben. D.h. wenn eine Sache 20 Minuten dauert, dann ist dieses Punkt-Ziel eher mehr Punkte wert, als ein 5-Minuten-Punkt-Ziel.

Aber welchen Punkt-Wert Sie Ihren Punkt-Zielen zuweisen, bleibt Ihnen überlassen.

Trotzdem hier ein Vorschlag:

Schwierigkeitsgrad

Punkt-Wert

leicht, alltäglich, man muss eben nur dran denken

1 Punkt

Erfordert leichte Überwindung

2 Punkte

Erfordert mittelschwere Überwindung

3 Punkte

Ist wirklich richtig, schwer, lästig und unangenehm

5 Punkte

Man muss hier wirklich seine Widerstände oder Ängste überwinden und Selbstdisziplin aufbringen

10 Punkte

Für 20 Minuten-Tätigkeiten

+ 2 bis 3 Punkte

„Schritt 3 – Punkte verdienen“

Der 3. Schritt funktioniert so: Nachdem Sie festgelegt haben, welche Punkt-Ziele Ihnen wie viele Punkte wert sind, fangen Sie an zu spielen.

Das Spielprinzip besteht darin, dass Sie einfach versuchen, möglichst viele Punkte pro Woche zu verdienen und die erreichten Punkte zu zählen.

Wenn Sie einen Apfel essen, haben Sie einen Punkt verdient.

Noch einen Apfel essen, dann sind Sie bei 2 Punkten.

10 Minuten spazieren gegangen … das gibt 2 weitere Punkte und Ihr Gesamt-Punktestand liegt bei 4 Punkten.

Das kniffelige Gespräch mit dem Chef 20 Minuten vorbereitet: Addieren Sie 10 Punkte auf Ihr Punktekonto und Sie stehen bei 14 Punkten.

Und das Ziel ist, dass Sie in einer Woche möglichst viele Punkte machen.

Einfach, oder?

Ein Hinweis dazu noch: Sie müssen nicht alle Ihre Punkt-Ziele umsetzen. Darum geht es nicht. Wenn Sie ein Punkt-Ziel „Apfel essen“ haben und die ganze Woche keinen Apfel essen, ist das vollkommen ok, solange mit anderen Punkt-Zielen Punkte machen.

Punkt-Ziel-ListeNach einer Woche schauen Sie, wie viele Punkte Sie verdient haben. Notieren Sie Ihr Wochenergebnis, setzen den Punktestand auf 0 zurück und fangen wieder an zu zählen.

Viele Punkte bedeuten in einer Woche, dass Sie gut für sich gesorgt haben und dass Sie etwas für Ihre Ziele getan haben.

Und das nicht aus Druck, sondern als Spiel.

Versuchen Sie dann vielleicht auch, Ihr Wochenergebnis langsam zu steigern.

Denn dann passiert das ganz automatisch, was man auch „persönliches Wachstum“ nennt.

Es gibt noch eine kleine Erweiterung des Punkte-Systems. Wenn sich einen Punkt auf eine besonders geschmeidige oder außergewöhnliche Art verdienen, dann zögern Sie nicht, sich selbst Bonus-Punkte für besondere Leistungen zu geben.

Das sind die 3 Schritte, vielmehr ist es nicht.

„Warum ist das Spiel gut für Sie?“

Ja, dieses Spiel ist extrem einfach. Gleichzeitig kann es eine erstaunliche, positive Wirkung auf Ihr Leben haben. Denn dieses Spiel fördert verschiedenste Dinge in uns Menschen, die uns letztlich erfolgreich machen.

Vorteil 1: Plötzlich fangen Sie an, Ihre Erfolge viel bewusster wahrzunehmen, weil Sie sich ausdrücklich Punkte dafür geben. Ihr Erfolg wird so messbar und das stärkt Ihr Selbstbewusstsein. Und Sie geben sich selbst noch mehr Grund, stolz auf sich zu sein.

Vorteil 2: Das Spiel zwingt einen durch das 20 Minuten-Limit auch dazu größere und längerfristige Tätigkeiten in kleinere Teiltätigkeiten zu zerlegen. Dadurch werden diese größeren Tätigkeiten bewältigbarer. Und Sie belohnen sich durch Ihre Punkte auch für die Schritte auf dem Weg und das motiviert, weiterzumachen. Sie merken, dass Sie auf dem richtigen Weg sind.

Vorteil 3: Das Schöne an diesem Spiel ist auch, dass man dadurch zum Macher wird. Man redet nicht mehr darüber, was man tun müsste oder könnte. Sondern man tut es. Man wird aktiv und produziert Resulate. Und zwar Resultate, die das eigene Leben besser machen. Sie legen durch das Spiel Ihren Fokus also immer mehr auf das, was Sie tun können, um Ihr Leben zu verbessern.

Vorteil 4: Der wichtigste Vorteil des Spiels ist aber, dass Sie Ihrer Entwicklung eine Rahmen geben.

Wenn in unserem Leben etwas nicht stimmt, fassen wir normalerweise einen Vorsatz, etwas zu ändern. Und dann hoffen wir auf das Beste. Und wie das ausgeht, wissen Sie ja wahrscheinlich.

Durch das Punkt-Spiel haben Sie jetzt ein System an der Hand, wie Sie in kleinsten Schritten vorgehen können, um Ihre Vorsätze in die Tat umzusetzen. In kleinen Schritten, Punkt für Punkt.

„Gemeinsam mit anderen spielen“

Das Spiel für sich alleine zu spielen funktioniert schon ziemlich gut. Allerdings besteht hier die Gefahr, dass man das Spiel mit der Zeit aus dem Blick verliert und die Sache letztlich im Sand verläuft.

Das kennen Sie vielleicht. Am Anfang ist so eine neue Idee noch ganz spannend und man ist Feuer und Flamme. Aber sobald es den Reiz des Neuen verloren hat, hört man früher oder später einfach damit auf.

Deswegen ist es praktisch, wenn man das Spiel gemeinsam mit anderen spielt.

Denn das erzeugt eine größere Verbindlichkeit und diese Verbindlichkeit hilft den meisten von uns, eine Sache auch wirklich über längere Zeit durchzuhalten.

Gemeinsam spielen bedeutet dabei, dass sich zwar jeder seine eigenen Punkt-Ziele setzt, aber man begleitet sich gegenseitig dabei, Punkte zu verdienen.

Gespiel wird dabei nicht gegeneinander, sondern Miteinander. Obwohl ein bisschen gesunder Wettbewerb beflügelt ja manchmal auch: Wer schafft es, mehr Punkte zu machen und besser für sich zu sorgen?

Ziel des gemeinsamen Spielens ist es aber eher, sich gegenseitig zu helfen, zu ermuntern, und zu ermutigen.

Man kann sich auch gegenseitig Rückmeldung zur Wahl der Punkt-Ziele geben und auch, ob die Punkt-Werte pro Punkt-Ziel gut gewählt sind.

Gemeinsam spielen kann man,

Dabei ist das Punkt-Spiel für vielerlei Situationen geeignet.

Zum Beispiel:

Das Punkt-Spiel ist überall da nützlich, wo es darum geht, Resultate zu erzielen und den Weg zu diesen Resultaten mit mehr Verbindlichkeit aber auch auf eine spielerische Art zu gestalten.

„Erweiterte Spielvariante: Wochenziele setzen“

In der einfachen Variante zählen Sie einfach Ihre Punkte und freuen sich, wenn möglichst viele Punkte zusammen gekommen sind.

Es gibt aber auch eine erweiterte Spielvariante:

Hier überlegen Sie sich am Anfang einer Woche, wie viele Punkte Sie in den nächsten 7 Tagen machen wollen (=Wochen-Ziel). Und Sie überlegen sich ein Mindest-Tages-Ziel für jeden Tag.

Ein Beispiel dafür: Sie sagen sich: “Nächste Woche mache ich wenigstens 35 Punkte (=Wochen-Ziel) und ich werde jeden Tag mindestens 3 Punkte (= Mindest-Tages-Ziel) machen”.

Das Festlegen eines Mindest-Tages-Ziel sorgt dafür, dass Sie sich das Punkte-Machen nicht für den letzten Tag aufheben und am 7. Tag alle 35 Punkte nachholen müssen. So wird Ihr Spiel gleichmäßiger.

Wenn wir uns ein Wochen-Ziel setzen, dann kitzelt das ein unseren Ehrgeiz und darum geht es doch beim Spielen auch ein bisschen, oder?

Wenn Sie dann am Ende der Woche weniger Punkte geschafft haben, als Sie sich vorgenommen haben, dann war Ihr Ziel zu sportlich. Dann setzen Sie sich für die nächste Woche ein weniger ehrgeiziges Ziel.

Wenn Sie Ihr Ziel aber mit Leichtigkeit erreicht haben, dann erhöhen Sie Ihr Wochen-Ziel. Oder Sie setzen sich ehrgeizigere Punkt-Ziele.

Das Ziel ist, sein eigenes Wochen-Ziel immer weiter zu erhöhen und gleichzeitig aber die seine eigenen Punkt-Ziele immer besser und sinnvoller zusammenzustellen, so dass wir möglichst viel von den Dingen tun, die gut für uns sind und so dass auch eine gute Balance zwischen dem entsteht, was man tut.

„Spiele sollen Spaß machen“

Was man beim Punkt-Spiel nicht vergessen sollte, ist dass es ein Spiel ist.

Und ein Spiel soll Spaß machen.

Wenn die Sache also irgendwie zu verbissen wird oder Ihnen zu viel Druck macht, dann sind sind Sie in der falschen Richtung unterwegs. Dann haben Sie Ihre Punkt-Ziele wahrscheinlich zu ehrgeizig gesetzt und erwarten zu viel von sich (oder von Ihren Mitspielern).

Deswegen heißt eine wichtige Regel beim Punkt-Spiel.

Cool bleiben.

Sagen Sie sich regelmäßig so etwas wie:

„Hey, das Ganze ist ein Spiel und soll Spaß machen. Wenn es keinen Spaß macht, mache ich wahrscheinlich zu viel Druck. Ich schalte also besser einen Gang zurück und setze mir kleinere Ziele, die ich mit mehr Leichtigkeit erreichen kann.“

„Wie soll man die Punkte zählen?“

Bei diesem Spiel geht es ja darum, Punkte zu zählen. Wie stellt man das am besten an? Möglichkeiten gibt es viele:

Es gibt natürlich noch viele Möglichkeiten. Seien Sie kreativ und finden Sie die Zählweise, die Ihnen am meisten Spaß macht.

„Jetzt kann es los gehen …“

So mehr brauchen Sie nicht zu wissen, um mit dem Spiel loszulegen. Hier noch einmal eine kurze Zusammenfassung:

Schritt 1: Schreiben Sie eine Reihe von Punkt-Zielen auf. Das sind konkrete, fassbare und überprüfbare Tätigkeiten, die Sie in maximal 5-20 Minuten erledigen können und die gut für Sie sind und Sie näher an das heranbringen, was Sie im Leben erreichen wollen.

Schritt 2: Entscheiden Sie für jedes Ihrer Punkt-Ziele, wie viele Punkte Ihnen das Punkt-Ziel wert ist. Je schwieriger, desto mehr Punkte ist es wert.

Schritt 3: Fangen Sie an, im Alltag Punkte zu verdienen, indem Sie tun, was Ihre Punkt-Ziele vorgeben. Schreiben Sie Ihren Punktestand immer auf, so dass Sie wissen, wie viele Punkte Sie bereits verdient haben.

Nach einer Woche schauen Sie, wie viele Punkte Sie verdient haben. Notieren Sie Ihr Wochenergebnis, setzen den Punktestand auf 0 zurück und fangen wieder an zu zählen.

Überarbeiten Sie Ihre Punkt-Ziele regelmäßig, so dass die Zusammenstellung balanciert ist und Ihnen gut tut.

Schritt 3 (ehrgeizige Variante): Vereinbaren Sie im Vorfeld mit sich selbst ein einen Punktestand, den Sie für die nächste Woche anstreben (= Wochenziel) und auch eine minimale Punktzahl, die Sie pro Tag erreichen wollen. Ansonsten gehen Sie vor, wie beim einfachen Schritt 3.

An dieser Stelle vielen Dank an Jörg Weisner, Marc Foster und David Seah, die mich mit Ihren Ideen zu diesem Spiel inspiriert haben. Wie immer steht man auf der Schultern von Giganten.

So… nun sind Sie an der Reihe.